Nov 132016
 
 Posted by on 13. Nov. 2016

Mit Luther beim Papst

Schon lange hatten wir uns angemeldet und unsere Thesen für Papst Franziskus verfasst; am 9. Oktober ging es dann endlich los. Aus der ganzen Bundesrepublik waren Pilger mit 20 Bussen „Mit Luther zum Papst“ unterwegs. Es war eine ökumenische Pilgerreise, die von unserem Jugendseelsorger Christoph Tekaath und seinen evangelischen Kollegen vorbereitet wurde.

20161013romfotoweb1000 Pilger machten sich auf den Weg nach Rom, ins Zentrum unserer katholischen Kirche. Das Pilgerzeichen waren gelbe und hellblaue Schals. Aber nicht – wie Sie vielleicht denken – gelb für die Katholiken und blau für die Protestanten. Das wäre nicht aufgegangen, weil auch Nichtchristen sich von dieser Reise angesprochen fühlten und mitgefahren sind. Die Konfession spielte keine Rolle. Wir waren als Christen unterwegs und das Verbindende war unser Glauben an Gott.

Kardinal Kurt Koch, Vorsitzender des päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen, und Annette Schavan als Schirmherrin der Reise feierten mit uns den Eröffnungsgottesdienst. Auch unsere Bischöfe – Bischof Gerhard Feige, Bischöfin Ilse Junkermann und Kirchenpräsident Joachim Liebig – waren dabei. Es war sehr bewegend, als wir uns mit den Worten „Du bist mein Bruder! Du bist meine Schwester!“ mit Wasser gegenseitig ein Kreuz auf die Stirn zeichneten. Ein 7-Pforten-Weg durch Rom begann in der Lateran-Basilika und führte uns zum neu geschaffenen Lutherplatz und zur evangelischen Christuskirchengemeinde in Rom. Dort wurden die Pilger freundlich mit Kaffee und Kuchen empfangen. Am Schluss trafen sich alle 1000 Pilger mitten in Rom auf dem Piazza del Popolo und sangen: „Pilger sind wir Menschen, …“.

Das Programm war vielfältig. Sehenswürdigkeiten wie Kolosseum, Forum Romanum, Katakomben, Petersdom und Vatikanische Museen, Gespräche mit Mitarbeitern des päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen und ein Besuch bei Annette Schavan in der dt. Botschaft beim Heiligen Stuhl waren dabei.

Wir „beiden Monikas“ haben auch das Grab der Hl. Monika besucht.

Der Höhepunkt unserer Reise aber war ohne Zweifel die Privataudienz bei Papst Franziskus. Es war wohl das erste Mal, dass eine Lutherstatue in diesen heiligen Hallen stand. Papst Franziskus begrüßte uns und unsere Bischöfe sehr herzlich. Er nahm sich auch die Zeit, um Fragen von fünf Jugendlichen anzuhören und persönlich zu beantworten.

Er machte uns Mut, auf unserem ökumenischen Weg weiter zu gehen.

Eine Frage stellte auch der Papst: „Was ist besser, evangelisch oder katholisch?“ Und die Antwort gab er gleich selbst: „Zusammen ist besser!“

Das konnten wir bei dieser Pilgerreise hautnah erleben und spüren!

Monika mit Klaus Köchel  und Monika mit Walter Wiedenmann

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