Nov 172015
 
 Posted by on 17. Nov. 2015
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Unsere schon zur Tradition gewordene jährliche Wochenend-Fahrt führte uns in diesem Jahr nach Dresden. Los ging es Samstag früh kurz nach 7 Uhr vom Bitterfelder Bahnhof über Leipzig mit dem Sachsen-Anhalt-Ticket. Nach unserer Ankunft in Dresden deponierten wir unser Gepäck und spazierten gegen 9:45 Uhr in die City – alles spielte mit: Wetter, Stimmung und sogar die Deutsche Bahn. Das gut durchdachte Programm durchkreuzten wir nur einmal zu Beginn mit einem Besuch bei „Bonita. Der Tag verlief weiter relaxt und stressfrei.
01011:30 Uhr hatten wir den Besuch der ehem. Hofkirche und jetzigen Kathedrale „St. Trinitatis“ geplant – Hier genossen wir die halbstündige Orgelmusik auf der von Gottfried Silbermann zwischen 1750 – 1753 erbauten Orgel – es war einfach schön, feierlich, ein bleibendes Erlebnis. Die Orgel konnte 1945 noch rechtzeitig durch Auslagerung in das Kloster Marienstern vor der Zerstörung gerettet werden und ist somit ein besonderer Schatz; sie umfasst 47 Register auf 3 Manualen und Pedal und hat etwa 3.000 Pfeifen.
Anschließend schlenderten wir über den Herbstmarkt, wo die Wahl für einen Mittagsimbiss aufgrund der Vielfältigkeit der angebotenen Köstlichkeiten sehr schwer fiel. (Fast) pünktlich erschienen alle vor der Frauenkirche, wo wir von 14 – 15 Uhr die Gelegenheit zur Besichtigung nutzten und wie bereits in der Kathedrale dem Gesang eines Männerchores aus dem Münsterland lauschten Nicht auf dem Plan stand dann ein kalorienreicher Hochgenuss im „Cafe Cosel“ – ein Muss bei einem Dresden-Besuch.
Gegen 17 Uhr beschlossen wir, unser Quartier bei den „Nazarethschwestern vom heiligen Franziskus“ in Goppeln aufzusuchen. Der Orden wurde von Schwester Augustina Schumacher im Dezember 1923 gegründet; am 15. Juni 1928, dem Herz-Jesu-Fest, erfolgte die Bestätigung der Kongregation der „Nazarethschwestern von der heiligen Familie“, wie sie am Anfang hieß, als Bischöfliche Diözesankongregation. Schwester Augustina gründete ein Kinderheim, ein Haus für Frauen, die unehelich ein Kind erwarteten und sorgte auch für alte Menschen. Aber auch Tätigkeiten in der Seelsorge übernahmen die Schwestern. Schwester Augustina wurde beim Einmarsch der Roten Armee in Goppeln am 8. Mai 1945 getötet: Als sie den Dienst an der Pforte des Mutterhauses übernahm, auch um ihre Mitschwestern zu schützen, gab ein vermutlich betrunkener russischer Soldat mehrere Schüsse auf sie ab, an dessen Verletzungen die starb. Ihre letzte Ruhe fand sie im Garten des Klosters in Goppeln. Ihr Wahlspruch war: „Wille Gottes über alles!“
Mit unserem Quartier hatten wir eine sehr gute Wahl getroffen und können es nur weiterempfehlen: Empfang, Zimmer und Verpflegung – schöner konnten wir es nicht treffen. Nach dem Abendessen saßen wir gemeinsam beisammen und ließen den Tag in einem gemütlichen Aufenthaltsraum im „Haus Elisabeth“ ausklingen.
Am Sonntag dann ging es nach einem guten Frühstück per Großraumtaxi ins Zentrum von Dresden, wo wir um 10:30 Uhr am Kapitelsamt teilnahmen. Der Domkapitular (i.R.) Klemens Hellmann verwies in seinen einleitenden Worten auf den verwaisten Bischofsstuhl. Einen Tag vorher, am 19. September, wurde der nur etwas über 2 Jahre als Bischof von Dresden-Meißen tätige Bischof Dr. Heiner Koch als neuer Erzbischof von Berlin in der Hedwigs-Kathedrale in sein Amt eingeführt. Wir beteten für die baldige Berufung eines Nachfolgers.
Die Teilnahme an der Hl. Messe stellte den Höhepunkt unserer Fahrt nach Dresden dar. Getragen von dieser feierlichen Atmosphäre traten wir unsere Heimreise an.

Margit Börner

 

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