Mai 222014
 
 Posted by on 22. Mai. 2014
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Seit einiger Zeit fühlen sich viele verunsichert durch einen Hinweis auf den Kontoauszügen der Sparkasse und anderer Kreditinstitute. In vielen Worten wird darin nichts anderes gesagt, als dass sehr hohe Erträge aus Kapitalvermögen, also in der Regel Zinsen, ab 800 € jährlich für Einzelpersonen steuerpflichtig sind. Für Ehepaare liegt diese Zinseinkommensgrenze doppelt so hoch.

Das heißt, nur wer mehr als 800 € Zinsen pro Jahr erhält, muss Kapitalertragssteuern bezahlen. An die Kapitalertragssteuer ist wie bei der Lohnsteuer für Arbeitnehmer die Kirchensteuer gekoppelt.

Die Verunsicherung besteht darin, dass viele Rentner meinen, Sie müssten nun auch als Rentner noch zusätzlich eine Kirchensteuer bezahlen. Das alles ist Unsinn und gilt nur für Rentner, die tatsächlich ein sehr großes Vermögen besitzen. Und selbst dann ist die daraus entstehende Kirchensteuer vergleichsweise geringfügig. Für die allermeisten Rentner hat der Hinweis der Sparkassen absolut keine Bedeutung.

Leider trifft diese Verunsicherung zusammen mit der allgemeinen Überzeugung, die Kirchen hätten zu viel Geld. Wer sich etwas mehr mit dem Thema befasst, weiß, dass die Kirchen nicht zu viel Geld haben, und dass die allermeisten Verantwortlichen in den Bistümern und bei der Caritas sehr sorgfältig mit den Mitteln umgehen, die ihnen zur Verfügung stehen.

Die Liebe zur Armut, wie sie u.a. von Papst Franziskus gewollt und vorgelebt wird, kann nicht ausgespielt werden gegen die Tatsache, dass Kirchen eben auch verlässliche Arbeitgeber sind, Dienste für die Gesellschaft anbieten und wertvolle z.T. historische Immobilien verwalten und erhalten müssen u. v. a. m.

Hier sehen Sie, wofür wir in unserer Gemeinde momentan sammeln und mit wieviel Geld die großen Kollekten der Hilfswerke unterstützt wurden.

Übrigens: sollte sich bei der Bankabrechnung von Zinsen oder anderen Kapitalerträgen zeigen, dass kein Freibetrag angerechnet wurde, prüfen Sie bitte, ob Sie bei der Bank oder Sparkasse einen entsprechenden Antrag gestellt haben. Falls nicht, sollte es alsbald nachgeholt werden. Steuern, die schon an das Finanzamt abgeführt sind, können sie mittels Steuererklärung zurückholen, soweit der Freibetrag unberücksichtigt geblieben ist.

Andreas Ginzel/Wolfgang Hubert

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